Die Biosphäre ist Bestandteil der Globalen Ökologie, die eine Hierarchieebene der Ökologie darstellt. Sie separiert sich laut Campbell und Reece von der Ökosphäre, der Summe aller Ökosysteme [1], und stellt die Gesamtheit aller Biozönosen [2] dar ( Campbell und Reece 2009, 1540). Sadava et al. definieren diese Gesamtheit als Summe aller „(…) terrestrischen und aquatischen Regionen der Erde [, sprich Geosphäre und Hydrosphäre,] sowie der bodennahe Luftraum der Erdatmosphäre, in denen Organismen leben können“ (Sadava et al.  2011, 1695).

Alle Organismen stehen mit ihrer Umwelt in einer Wechselbeziehung, die auf Energieflüssen, beispielsweise in Form vonabiotischen Umweltfaktoren wie Temperatur, Niederschlag, Solarstrahlung und Wind sowie auf Wasser- und Stoffkreisläufen,beruht (Campbell und Reece 2009, 1543ff). Diese Wechselbeziehung beeinflusst die Organismen direkt, da sie die Artverbreitung, Artvielfalt bzw. -diversität und die Arthäufigkeit bestimmt (ebd., 1543ff). Die Struktur und Verbreitung terrestrischer Biome beruhen hingegen auf dem Klima und unvorhersagbaren Umweltveränderungen (ebd.,154ff). 

Der Mensch nimmt bei der Aufrechterhaltung des Energieflusses in der Biosphäre eine zentrale Rolle ein, ist jedoch oft für Störungen verantwortlich: Rutledge et al. führen beispielsweise eine Abnahme des Sauerstoffgehalts und einen Anstieg des Kohlendioxidgehalts in der Atmosphäre auf Waldrodungen oder das Verbrennen fossiler Brennstoffe zurück (Rutledge et al. 2011).  Zudem wird das Leben in der Hydrosphäre durch menschliche Fehlverhalten, wie Ölverschmutzungen und das Ableiten von Abfällen in die Meere, bedroht. Es ist folglich nötig, dass der Mensch sein Handeln hin zu Nachhaltigkeit ändert und ein Umweltbewusstsein aufbaut.

Gerade in jüngerer Zeit beschäftigen sich zahlreiche Künstler*innen wieder verstärkt mit diesem Themenkomplex. So setzt sich etwa der deutsche Künstler Claudius Schulze [3] in seiner raumspezifischen Installation Biosphäre X mit der Zukunft der Biosphäre auseinander. Der „Verlust an Biodiversität einerseits und die Erschaffung einer neuen Spezies durch künstliche Intelligenz, Bionik und Gentechnik andererseits“ sind zentraler Bestandteil seiner Arbeiten (Kunsthaus Wien, 2020, Abs. 2). Zudem wird das Artensterben aufgrund des Verlusts von Lebensgrundlagen im Kontrast zur Weiterentwicklung von Maschinen thematisiert, was dem Evolvieren im biologischen Sinne gleichzusetzen ist (ebd., Abs. 3).

[1] Ein Ökosystem stellt das Beziehungsgefüge eines Organismus mit anderen Organismen sowie mit dessen physikalischer Umwelt dar. Vgl. Sadava et al. 2011, 1743.

[2] Eine Biozönose ist eine Lebensgemeinschaft, die aus Arten zusammengesetzt ist, die bezüglich abiotischer und biotischer Umweltfaktoren ähnlichen Ansprüchen an ein Habitat stellen. Vgl. Campbell und Reece 2009,  1814.

[3]  Die Website von Claudius Schulze (claudiusschulze.com) liefert einen umfassenderen Blick auf sein künstlerisches Schaffen.

Literatur:

Sadava, David, Hillis, David M., Heller, H. Craig., & Berenbaum, May R. 2011. Purves Biologie (9. Aufl.). Heidelberg: Spektrum.

Campbell, Neil A., & Reece, Jane B. 2009. Biologie (8. Aufl.). München: Pearson.

Links:

Rutledge, Kim, Ramroop, Tara, Boudreau, Diane, McDaniel, Melissa, Teng, Santani, Sprout, Erin, Costa, Hilary, Hall, Hilary, & Hunt, Jeff 2011. „Biosphere”. Abgerufen am 20.05.2020.  https://www.nationalgeographic.org/encyclopedia/biosphere/

Kunsthaus Wien. 2020. „Claudius Schulze Biosphäre X". Abgerufen am 20.05.2020. http://www.kunsthauswien.com/de/ausstellungen/claudius-schulze/ 

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