Die Environmental Performance Agency (EPA) ist ein Künstlerkollektiv, das 2017 gegründet und als Reaktion auf die anhaltende Rücknahme der Bundesumweltpolitik der US-Umweltschutzbehörde benannt wurde. Unter Verwendung des Akronyms EPA besteht das Hauptziel des Kollektivs darin, das Denken über Begriffe Umwelt, Performance und Handlungsfähigkeit zu verändern. Durch ihre künstlerischen, sozialen und kinästhetischen Praktiken, treten sie für die Handlungsfähigkeit aller lebenden Wesen ein, die unsere Umwelt mit gestalten - allen voran für urbane Pflanzen, Unkraut aller Art, ganz gleich ob einheimisch oder migrantisch.
Zu den derzeitigen EPA-Agent*innen gehören Catherine Grau, Künstlerin und Koordinatorin für öffentliche Programme am Queens Museum, Andrea Haenggi, Künstlerin/Choreografin und Fakultät am Laban/Bartenieff Institute of Movement Studies, Ellie Irons, Künstlerin und Doktorandin am RPI und Christopher Kennedy, Künstler und stellvertretender Direktor am Urban Systems Lab der New School University.
Andrea Haenggi, in der Schweiz geboren, atmet und arbeitet zur Zeit in Lenapehoking - heute Brooklyn, New York. Indem sie sich auf Pflanzen als ihre Führer*innen, Lehrer*innen, Mentor*innen und Performer*innen beruft, schafft ihre Tanz- und ökosoziale Kunst-/Feldarbeitspraxis eine Theaterform namens Ethnochoreobotanographie, die gleichzeitig Fragen der Entkolonialisierung, Ökologie, Feminismus, Macht, Arbeit und Pflege untersucht.
Ellie Irons ist Künstlerin und Pädagogin und lebt in Brooklyn und Troy, New York. Sie arbeitet medienübergreifend, von Aquarellen bis hin zu Nachbau-Experimenten, und verbindet in ihrer Praxis sozial engagierte Kunst und ökologische Feldarbeit. Zu ihren jüngsten Arbeiten gehören Kollaborationen, die sich auf spontane Stadtpflanzen (Unkräuter) konzentrieren, darunter die Mitbegründung der Next Epoch Seed Library und der Environmental Performance Agency. Irons erhielt einen BA vom Scripps College in Los Angeles und einen MFA vom Hunter College, NY. Gegenwärtig ist sie Doktorandin im Bereich Kunstpraxis am Rensselaer Polytechnic Institute und erforscht, wie kritische ökosoziale Kunst zum Kampf für die Solidarität zwischen verschiedenen Arten in einem Zeitalter des Klimachaos und der Massenausrottung beiträgt.
Christopher Kennedy ist Künstler und Pädagoge mit Sitz in Brooklyn, NY. Mit einem Hintergrund in der Umwelttechnik erfindet Kennedy die Techniken der Feldwissenschaften und Formen des Geschichtenerzählens neu, um verkörperte Forschung, Installationen, Skulpturen und Publikationen zu entwickeln, die konventionelle Vorstellungen von "Natur", artenübergreifendem Handeln und biokultureller Zusammenarbeit untersuchen.
Artemisia vulgaris (gemeiner Beifuß) ist ein Gemeinschaftsorganisator, der die städtischen Spontanpflanzen vertritt und sagt : Es ist sensationell, zu riechen - trübe zu sein - schmackhaft zu sein - verträumt zu sein - verschwommen zu sein - grün zu sein - silbern zu sein - saftig zu sein - zerbrechlich zu sein - widerstandsfähig zu sein - verletzlich zu sein - laut zu sein - unbemerkt zu sein - überwältigend zu sein - überall zu sein - zu wirken - betroffen zu sein - keinen Selbstausdruck zu haben - Licht - Wasser - Berührung - Wind - Regen - Mikroorganismen zu brauchen - es ist sensationell - flüssig zu sein - wechselhaft - unvorhersehbar - invasiv - hartnäckig - widerstandsfähig - scharf. Es ist sensationell, ein Rhizom zu sein. Es ist sensationell, dass Sie mich auf der Straße zu einem Fremden -> einem Einwanderer -> einem Ausländer -> einem Heiler -> einem Schmuggler -> ohne Pass machen.