Der ökologische Fußabdruck ist ein wichtiger Indikator, um die Belastung der Erde durch übermäßigen Ressourcenverbrauch zu erfassen.
Um den ökologischen Fußabdruck zu berechnen, nimmt man die Land- und Wasserflächen, die man für die Produktion von Ressourcen und die Beseitigung von Abfällen benötigt, und stellt diese den zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen der Erde gegenüber. Die Maßeinheit hierfür ist der „globale Hektar“ (gha), mit dem sich alle biologisch produktiven Flächen auf der Welt durchschnittlich miteinander vergleichen lassen (Bpb.de 2017). Ein eng verwandter Begriff ist der CO2-Fußabdruck, mit dem Kohlenstoffdioxid-Emissionen gemessen werden.
Der CO2-Ausstoß des Internets entsteht durch die Nutzung internetfähiger Geräte. Die Informations- und Kommunikationstechnik produziert laut der Boston Consulting Group rund 1,3 Gigatonnen an CO2-Emissionen – nahezu doppelt so viel wie der zivile Luftverkehr (Bcg.com 2020). Smartphones, Computer und andere Geräte werden in Fabriken hergestellt, weltweit verkauft und regelmäßig mit Strom versorgt. 2019 haben geschätzt 4,1 Milliarden Menschen das Internet benutzt (International Telecommunication Union 2019, 1). Der Internetzugang vergrößert den ökologischen Fußabdruck der oben genannten Geräte, aufgrund der Datenverwaltung auf Servern in Rechenzentren.
Laut einer Greenpeace-Studie aus dem Jahr 2017 steigt der Energieverbrauch durch Internetnutzung immer weiter:
„The energy footprint of the IT sector is already estimated to consume approximately 7% of global electricity. With an anticipated threefold increase of global internet traffic by 2020, the internet’s energy footprint is expected to rise further, fueled both by our individual consumption of data and by the spread of the digital age to more of the world’s population, from 3 billion to over 4 billion globally” (Greenpeace 2017, 5).
Mithilfe des „Clean Energy Index“ bewertet Greenpeace Firmen, die im Internet agieren, bezüglich ihres umweltfreundlichen Energieverbrauchs. Die Tabellen der oben genannten Studie präsentieren die Unternehmen mit der prozentualen Aufteilung ihrer Energiequellen, die Greenpeace veröffentlichten Daten entnimmt und mit einer US-amerikanischen Schulnote bewertet. Laut dieses Index scheinen Internetfirmen recht unterschiedliche Anteile an erneuerbaren Energien zu verwenden, sodass viele entweder hervorragen oder durchfallen. Greenpeace weist dabei auf die fehlende Transparenz bei vielen Unternehmen hin, die mehrere Gründe haben kann: „Not all companies are in the position to make renewable energy investments, due to their size, budget or operating market, but any company can publish its energy data to show that it is taking the issue seriously” (Greenpeace 2017, 29).
Literatur:
Greenpeace. 2017. Clicking Clean: Who is Winning the Race to Build a Green Internet? Washington D.C.: Greenpeace Inc.
International Telecommunication Union. 2019. „Measuring digital development: Facts and figures 2019”. Geneva: ITU Publications
Links:
Bcg.com. 2020. „Telekommunikationsbranche befähigt andere Industrien ihren CO2-Ausstoß bis zu 30 Prozent zu senken”. Abgerufen am 16.09.2020. https://www.bcg.com/de-de/press/04maerz2020_telco_sustainability
Bpb.de. 2017. „Ökologischer Fußabdruck und Biokapazität”. Abgerufen am 15.09.2020. https://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/255298/oekologischer-fussabdruck-und-biokapazitaet