Moritz Frischkorn ist ein in Hamburg ansässiger Choreograph, Performer und Forscher. In seiner künstlerischen Praxis beschäftigt er sich mit menschlichen und nicht-menschlichen Choreographien jenseits des Theaters, und befragt diese auf ihre gesellschaftspolitischen Dimensionen. Moritz Frischkorn entwickelt forschungsbasierte Live-Performances, schreibt, kuratiert und lehrt. In seinen Werken sucht er nach Möglichkeiten der Sensibilisierung für spezifische Materialien und entwickelt Ausdrucksmodalitäten jenseits subjektiver Intentionalität. Ein zentraler Aspekt seiner Arbeit ist dabei die kontinuierliche Bestandsaufnahme und Kritik der eigenen Privilegien.
Moritz studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Zeitgenössischen Tanz und Performance Studies in Berlin, Paris, Salzburg, Stockholm und Hamburg. Im Jahr 2014 erhielt er ein danceWEB-Stipendium beim Festival ImPulsTanz in Wien. Er arbeitete u.a. mit Martin Nachbar, Manon Santkin, Maria F. Scaroni, Vladimir Miller, Ellen Blumenstein, geheimagentur, SARMA und Plateau Hamburg zusammen. Er unterrichtete an a.pass - advanced performance and scenography studies in Brüssel und am MA Performance Studies der Universität Hamburg.
Zu seinen Publikationen gehören wissenschaftliche Artikel, selbstveröffentlichte Künstlerbücher und Zeitungsberichte. Seit 2015 promoviert er im Rahmen der Graduiertenschule „Performing Citizenship" an der HafenCity Universität Hamburg zum Thema „Choreographie ohne... Modi des Umgangs mit Material zwischen Logistik und Einstimmung".
Im Januar präsentierte Moritz seine jüngste Arbeit „The Great Report" auf Kampnagel, Hamburg. Ausgehend von der Hypothese, dass Logistik eine Form der Choreographie ist, entfaltet das Projekt, wie ausgedehnte Lieferketten ein westliches Publikum mit weit entfernten Orten und Ökosystemen verbinden und damit Kosten externalisieren und neokoloniale Ausbeutungsstrukturen reproduzieren.